Ecco Le Marche

Die Abtei Fonte Avellana nordwestlich von Sassoferrato: Hier ist Petrus Damiani von 1043 bis 1057 Prior. Von Papst Leo XII später zum Kirchenlehrer und damit quasi heilig gesprochen, arbeitet er zeitweilig sogar als Kardinal und wird von verschiedenen Päpsten häufig mit Spezialaufträgen bedacht. Er verabscheut aber den Prunk und die Ausschweifungen des Klerus derart, dass er immer wieder ins Kloster Fonte Avellana zurückkehrt.

Petrus wird im Jahre 1007 in Ravenna geboren. Er arbeitet zunächst als Lehrer, fühlt sich aber immer mehr zum klösterlichen Leben hingezogen. Im Jahr 1035 trifft er 2 Einsiedler der Abtei Fonte Avellana und, beeindruckt von deren nüchterner Bescheidenheit, beschließt er, ebenfalls in dieses Kloster einzutreten um zunächst die Novizen zu unterrichten.

Danach geht er in die Abtei San Vincenzo al Furlo (die wir im Artikel über die Via Flaminia erwähnt haben) und schreibt dort über das Leben des heiligen Romualdo, dem Gründer des Kamaldolenserordens. 1043 kehrt er wieder in die Abtei Fonte Avellana zurück, wird dort Abt und bleibt dort insgesamt bis 1069, immer wieder unterbrochen von Abberufungen für Missionen verschiedener Päpste. 1069 wird er wiederum auf eine der von ihm so wenig geliebten päpstlichen Mission gerufen, auf der er 1072 unterwegs in Faenza stirbt.

Der Kamaldolenserorden, dem er angehört, schätzt die Einsiedlei, und so zieht sich Petrus Damiani häufig in eine Höhle zurück, die etwa eine halbe Stunde von seiner Abtei entfernt liegt. Diese Höhle ist auch das Ziel der Wanderung, die wir hier beschreiben, und die Isabelle und ihr Mann Erik kürzlich unternahmen:

Die Wanderung startet bei der idyllisch gelegenen Abtei von Fonte Avellana, die etwa 15 km nordwestlich von Sassoferrato liegt.

Beim Startpunkt auf dem Abteiparkplatz gibt es eine Übersichtskarte und allerlei Erläuterungen. Links davon beginnt der Weg zur Höhle. Nach 50 Metern überquert man eine asphaltierte Straße und folgt dem Weg weiter nach oben, wo sich ein wunderschöner Blick auf das Kloster ergibt.

Hier wird Holz gewonnen, und so ist der Weg gut ausgebaut und führt weiter durch angenehm schattenspendenden Wald.

In einer scharfen Rechtskurfe geht auf der linken Seite der Weg zur Grotte ab. Wenn man genau schaut, erkennt man schon die Klippe, in der sie sich befindet.

Pater Damiani hatte von hier aus einen weiten Blick auf die umliegende, hügelige Landschaft.

In der Höhle selbst befindet sich ein grob aus Stein gehauener Altar, auf den einige Besucher Gebetsbilder hinterließen. Ein besonderer Ort, in dem die Stille dominiert: außer dem Vogelgesang und dem Grillen der Zikaden sind keine anderen Geräusche zu hören. Kein Wunder, dass Damiani sich immer gerne hierhin zurückzog!

Danach geht es auf leichten Schritten wieder zurück zur Abtei, auf die wir in einem späteren Beitrag zurückkommen werden.

Für diese Wanderung braucht man keine besondere Kondition – es sind leichte 30 Minuten Hinweg und wiederum 30 Minuten zurück.