Ecco Le Marche

Wer eine Auszeit vom Stress und dem Lärm des Alltags sucht, dem sei die Einsiedelei des Klosters von San Cataldo in Esanatoglia in der Provinz Macerata emfohlen: An diesem besonderen Ort herrschen eine herrliche Ruhe und Stille. Und wie der Begriff Einsiedelei vermuten läßt, ist es ein wirklich abgeschiedener Ort jenseits von Trubel und Hektik.

San Cataldo erreicht man, wenn man von Norden über die SP29 Richtung Esanatoglia fährt und noch vor dem Ort rechts in eine kleine Straße einbiegt. Die Eremo San Cataldo ist hier schon ausgeschildert. Auf halbem Weg zur Eremo befindet sich die Villa Seminario, ein ehemaliges Kapuzinerkloster. Wer möchte, kann hier schon parken und zu Fuß weiter zur Eremo gehen. Man kann den Weg aber auch auch fahren, nur wird die Strecke immer holpriger. Sie ist aber ohne Allrad-Auto befahrbar.

Das letzte Stück Weges zur Kirche ist ein Kreuzweg mit 14 Stationen, die mit Darstellungen aus dem Leben von Jesus Christus versehen sind. Am Ende dieses kurzen Weges wird man mit einem fantastischen Ausblick auf Esanatoglia belohnt.

Früher gab es an der Stelle der Eremo einen Wachturm, um Esanatoglia vor den Invasionen der Nachbargemeinden Fabriano, Matelica und Camerino zu schützen.

Lieder ist die Kirche geschlossen und, wie es scheint, nur am 9. und 10. Mai, dem Festtag des heiligen Cataldo, geöffnet. Denn dann findet eine Prozession zu seinen Ehren statt.

Aber im folgenden Video der Region Marken kann man sich das Innere der Kirche ansehen:

San Cataldo war irischer Abstammung. Auf dem Rückweg von einer Wallfahrt ins heilige Land ließ er sich in Tarent in Apulien nieder. Um das Jahr 1000 verbreitete sich die Verehrung dieses Heiligen in der Gegend von Macerata und im Jahre 1616 erklärte ihn die Bevölkerung von Esanatoglia zum 2. Beschützer ihres Ortes, neben dem Hl. Anatolius. Von den vielen Wundern, die San Cataldo zugeschrieben wurden, ist die berühmteste die Legende, dass er mit seinen Händen einen riesigen, gefährlichen Felsbrocken, der auf Esanatoglia zu fallen drohte, aufhielt. Diesen Felsbrocken soll man sogar noch an der Strasse zur Einsiedelei sehen, mit Vertiefungen, die, so sagt die Legende, die Fingerabdrücke des heiligen Cataldos sein sollen.

Die Einsiedelei selbst besteht aus einem sehr modernen Turm, einer kleinen Kirche mit ebenfalls kleinem Glockenturm und einigen Räumen. Bereits im Jahr 1324 stand hier schon eine kleine Kirche, aber die jetztige Kirche ist aus dem 18. Jahrhundert und wurde nach dem Erdbeben von 1997 restauriert.

In den 1960er Jahren entstand die Säule mit dem Kreuz zum Andenken an Antonio Giordani, einem im 2. Weltkrieg an der Front aktiven Priesters.

Hinter der Kirche, nach ein paar felsigen Stufen, beginnen verschiedene Wanderungen: Eine zum Gipfel des Monte Corsegno (8km lang und 500 m Höhenunterschied) und eine andere, die zu zwei Quellen führt.

Die Stille an diesem Ort war wunderbar! Die Mönche haben schon immer besondere und schöne Orte gewählt, wo sie ihre Klöster errichtet haben!!