Ecco Le Marche
  • 41
    Shares

Mein erstes Stachelschwein habe ich auf Sri Lanka gesehen. Das arme Tier war an einer Straßenkreuzung angebunden und man konnte gegen Geld Fotos mit ihm machen. Damals hielt ich es für ein sehr exotisches Tier. Bis wir das Haus in den Marken restauriert haben….

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Westafrikanisches_Stachelschwein.jpg

 

Stachelschweine, auf italienisch “Istrice”, sind recht große Nagetiere. Es gibt sie in Asien, Afrika und Amerika. In Europa jedoch sind sie nur in Italien beheimatet, deshalb wirken sie so exotisch auf uns. Sie leben monogam und in kleinen Familienverbänden mit ihren Nachkommen. Wenn sie sich bedroht fühlen, stellen sie ihre Stacheln auf und stampfen mit den Füßen und können recht aggressiv werden, zumal sie schlecht sehen können und deshalb nicht lange zögern, anzugreifen. Weil sie immer mit der ganzen Fußfläche auftreten, sieht ihr Gang immer recht ulkig aus.

 

 

Das erste, was wir von ihnen sahen, waren die Löcher, die sie in unseren Hang gebuddelt hatten, denn Stachelschweine ernähren sich von Wurzeln und Pflanzenteilen. Unsere Nachbarin sammelt mit den Kindern ihrer Gäste häufig die gestreiften Stacheln, die die Tiere bei Gefahr abwerfen, denn die kann man, wenn man gut hinguckt, überall finden. Aber obwohl die Stachelschweine hier in den Marken recht verbreitet sind, sieht man sie nur selten, weil sie nachtaktiv und sehr scheu sind.

 

Hin und wieder sehen wir sie auf unserer Zufahrt, wenn wir spät nachts im Dunkeln nach Hause fahren. Im Scheinwerferlicht des Autos verschwinden sie aber schnurstracks. Dabei sind wir immer wieder beeindruckt, wie groß diese drolligen Nagetiere sind.

Um mehr von der Tierwelt zu sehen, die sich nächtens um unser Haus schleicht, installierten wir vor 2 Jahren eine Wildkamera und waren völlig begeistert von der Menge an Wild, welches in unserer Nachbarschaft lebt! Füchse, viele Wildschweine,  etliche Rehe, Marder, Stachelschweine und Nachbars Hund waren in nur wenigen Tagen nachts vor die Kamera gelaufen! Dabei entstanden auch diese Aufnahmen unserer Stachelschwein-Besucher samt Nachwuchs:

Am lustigsten war eine Nacht letztes Jahr: wir saßen mit Freunden noch spät draußen, weil die Nacht so schön lau war. Auf einmal hörten wir aus dem Hang über uns sehr laute Knusper- und Schmatzgeräusche: “grump grump grump grump….”. Es war zu dunkel und die Böschung zu dicht bewachsen, als daß wir etwas sehen konnten. Aber nach dem ersten Schreck ob der lauten Tiergeräusche, waren wir uns sicher, daß es Stachelschweine waren, die sich einige Wurzeln zu Gemüte führten.

Damit kommen wir zu dem Grund, warum die possierlichen Nager im Grunde Mistkerle sind: alle in der Gegend, die einen Garten haben, fluchen über die Stachelschweine, die die Gärten plündern, wenn diese nicht gut genug gesichert sind. Also bauen wir uns jetzt auch einen ordentlichen Zaun um unseren neu angelegten Gemüsegarten. Hoffentlich hält er die Stachelschweine (und auch die Wildschweine) ab …