Ecco Le Marche

Ich esse ja für mein Leben gerne Shrimps. Aber der Chirocefalo ist eine Shrimps Art, die ich nie essen würde: denn sie ist einzigartig, 9 bis 12 mm groß, schwimmt immer mit dem Bauch nach oben und lebt ausschliesslich im Lago di Pilato (Pilato See) in den Marken, einem der wenigen natürlichen Gletscherseen südlich der Alpen.

By Luca G. – flickr.com, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18561692

Der See entstand im Pleistozän, einer Zeitspanne von vor 11700 Jahren bis etwa vor 2,5 Millionen Jahren, am Rande eines Gletschers. Er wird durch Niederschlag und Schmelzwasser gespeist. Sein maximaler Umfang ist 900 m und er ist bis zu 9 Meter tief. Allerdings verdunstet im Sommer ein guter Teil des Sees, so dass er die Form einer übergroßen Brille annimmt.

 

By Idéfix – picture taken by user Idéfix July 2005, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1061614

Den Namen hat der See von einer Legende, nach der der Statthalter Pontius Pilatus, der Jesus zum Tode verurteilt hatte, von Kaiser Tiberius seinerseits zum Tode verurteilt wurde. Sein Leichnam wurde – als Zeichen der Schande – in einem unbemannten Ochsenkarren durch die Berge gezogen. Die Tiere wanderten ziellos umher und stürzten irgendwann samt Karren in den See. Es gab aber auch Legenden im 13. Jahrhundert, die besagten, der Teufel würde dort wohnen und den Sterblichen Rede und Antwort stehen. Weshalb so viele Pilger dorthin gingen, dass die Kirche eine Mauer errichten ließ und den Zugang verbot. Darüber hinaus wurde am See ein dunkler Stein mit geheimnisvoller Inschrift gefunden, der der Legende nach den Averno, den Zugang zur Unterwelt beschreibt.

Beim Erdbeben 2016 übrigens schienen sich einige neue Risse und Strukturen im Inneren des Gebirges zu bilden, so dass im Internet bangend diskutiert wurde, ob der Lago di Pilato austrocknet und damit auch der Chirocefalo aussterben würde. Aber im Frühjahr 2017, nach der Schneeschmelze, gab es ein großes Aufatmen: Der See war noch da und auch der Chirocefalo hatte überlebt. Eine größere Gefahr schienen da eher unsensible Touristen zu sein: ein Foto einer (nackt) badenden Wandergruppe löste einen Shitstorm im Internet aus und schaffte es sogar in die italienische Ausgabe des National Geographic: Die Angst war da, dass vom Menschen eingeschleppte Bakterien und Rückstände das fragile biologische Gleichgewicht im See zerstören könnten. Deshalb ist Baden im See verboten und der Lebensraum des Chirocefalos steht unter speziellem Schutz der EU.

Mit Bloggerin Laura hat die anspruchsvolle Wanderung zum Lago mit ihrem Bruder zusammen gemacht. Hier ihr Bericht:

Von Montemonaco (AP) in Richtung Montegallo fahren und nach 4 km den Schildern nach Foce folgen. Nachdem man nach weiteren 5 km die Frazione di Rocca passiert hat, erreicht man das Dorf Foce (di Montemonaco).

Am Ende des Dorfes noch ungefähr 1,5 km auf einer Kiesstrasse geradeaus fahren. Ab hier ist eventuell die Straße schon gesperrt. In dem Falle parken und den einzigen Weg, den zum Piano della Gardosa, zu Fuß einschlagen.

Achtung: nur am Piano della Gardosa gibt es wieder Wasser, deshalb genügend Wasser mitnehmen!

Nach ca. 40 Minuten biegt man links in einen Weg ein, der durch einen Wald führt und – teils in scharfen Haarnadelkurven – kontinuierlich ansteigt. Nach circa 2 Stunden verlässt man den Wald und erreicht die sanften Hänge des Pilatosee-Tales auf etwa 1500 Metern. Nun geht man mit etwas sanfterer Steigung noch weitere 50 bis 60 Minuten, bis man schließlich den See auf 1940 Metern Höhe erreicht.

Der Weg ist nicht überall ausgeschildert, da es im Winter viele Lawinen gibt, aber man läuft nie Gefahr, verloren zu gehen, da die Routen gut sichtbar sind. Zu Beginn läuft man auf weichem Untergrund, der oft mit Blättern bedeckt ist (Vorsicht bei Regen!), aber dann wird der Weg steinig. Da es auch immer wieder lockere Steine und Felsen gibt, ist es unbedingt empfehlenswert, Wanderstöcke und feste Wanderschuhe zu tragen.

Der Blick auf den See und die umliegenden Berge belohnt jeden Wanderer, der sich die Mühe macht, auf den Gipfel zu gelangen. Marco, Lauras Bruder, studiert Biologie und für ihn war es daneben natürlich sehr interessant, das Habitat des Chirocefalos mit eigenen Augen zu sehen.

Weitere Informationen:
9 km von Montemonaco (Provinz Ascoli Piceno) entfernt. Länge: 8 km (hin und rück). Start auf 1000 m Höhe, Ankunft auf 1940 m Höhe. Schwierigkeitsgrad: mittel bis anspruchsvoll. Dauer: 3,5 Std. hin und 2,5 Std. zurück. Empfohlener Zeitraum Mai bis Oktober. Verboten für Hunde.
aus: https://www.sibilliniweb.it/citta/itinerario-da-foce-di-montemonaco-ai-laghi-di-pilato/ ,

leider nur als automatische Übersetzung ins Deutsch. Aber auf der Seite gibt es auch den Download des GPX tracks und einer Wegbeschreibung als PDF Datei.