Ecco Le Marche

Meine Nichte war auf dem Montessori Gymnasium in Köln und hat letztes Jahr dort ihr Abi gemacht. Insgesamt gibt es in Deutschland weit über 500 Montessori Schulen und es werden immer neue gegründet. Insbesondere nach den schlechten Pisa-Studien Ergebnissen werden, so habe ich in einem Eltern-Magazin gelesen, Montessori Schulen immer beliebter.

Aber nur wenige wissen, dass die Erfinderin der Montessori-Pädagogik, Maria Montessori, 1870 in Chiaravalle, in einer Gemeinde in der Mitte der Marken geboren wurde.

Maria erwies sich als sehr intelligentes Kind und wollte nach dem Gymnasium Medizin studieren. Um diese Zeit konnten Frauen in Italien zwar an Hochschulen studieren, aber Maria wurde dennoch abgelehnt, weil das Medizinstudium nur Männern vorbehalten war. Als Alternative wählte sie an der Universität Rom daher Naturwissenschaften und durfte, nach ihrem ersten Abschluss und mit Sondergenehmigung von Papst Leo XII, doch noch Medizin studieren. 1896 promovierte sie in Rom und wurde die erste Ärztin in Italien.

Sie leitete zunächst 2 Jahre lang ein Heilpädagogisches Institut für geistig eingeschränkte Kinder, wobei sie dort die ersten didaktischen Materialien für Sprach- und Mathematikunterricht entwickelte.

Danach leitete sie das „Casa dei Bambini“ in Rom, eine neuartige Tagesstätte für Kinder aus sozial schwachen Familien. Sie stellte fest, dass die Hilfsmittel, die sie für die Betreuung von Kindern mit eingeschränkten geistigen Fähigkeiten entwickelt hatte, auch bei diesen Kindern armer Leute zu überwältigenden Ergebnissen führte.

Basierend auf der Pädagogik, die sie in der Casa dei Bambini entwickelte, wurden nach und nach mehre Schulen weltweit nach der Montessori-Methode gegründet. Maria begann Kurse in den USA und in England zu geben. In den 30er Jahren wurden die Montessori Schulen, obschon zunächst von Mussolini gefördert, im faschistischen Italien verboten und Maria ging nach Spanien und von dort in die Niederlande, wo das Hauptquartier der Montessori-Bewegung entstand. 1939 reiste sie nach Indien und wurde dort von den Briten als feindliche Ausländerin inhaftiert. Erst 1949 kehrte sie endgültig nach Europa und in die Niederlande zurück, wo sie 1952 verstarb.

Maria Montessori war ein sehr außergewöhnliche Frau, die sich vor allem um Arme und weniger Glückliche kümmerte und sich für Kinder- und Menschenrechte einsetzte. Einer der Hauptleitbegriffe ihrer Pädagogik ist „Hilf mir, es selbst zu tun“, und geht davon aus, dass alle Kinder einen natürlichen Lern- und Entdeckungstrieb haben, den es anstelle von festen Stundenplänen zu fördern gilt.

Sie wurde 1949, 1950 und 1951 jeweils für den Friedensnobelpreis nominiert und sie war die erste Frau, die auf einer italienischen 1000-Lire Banknote abgebildet wurde.

Selbstredend gibt es auch in den Marken eine Reihe von Montessori Kinderkrippen, Kindergärten, Grund- und Sekundarschulen.
Die Gemeinde Chiaravalle hat darüber hinaus ihr Geburtshaus in ein Montessori-Museum umgebaut, in dem man die speziellen Lehrmaterialien von damals und heute sehen kann.

Montessori-Geburtshaus und Museum in Chiaravalle

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