Ecco Le Marche

Keine 30 km von uns entfernt findet sich der Ort Arcevia. Bei unserer Suche nach einem Ferienhaus hatten wir uns auch dort einige Häuser angeguckt und unsere 2. Präferenz wäre in der Tat ein Haus bei Arcevia gewesen. Aber natürlich sind wir froh, dass wir unsere erste Wahl, unser Wunschhaus hier bei Cupramontana gefunden haben.

Tatsächlich lohnt die Gegend um Arcevia einen Besuch: Um Arcevia herum befinden sich 9 Castelli, das heißt kleine mittelalterliche Dörfer, die alle weitestgehend vollständig von alten Mauern umgeben sind. Diese 9 Castelli wurden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert von Arcevia beherrscht. Allerdings hieß Arcevia damals anders, nämlich jahrhundertelang und bis zum Jahr 1817 Rocca Contrada.

Die Castelli, von denen einige noch lebhaft bewohnt sind und andere hauptsächlich als Feriendomizil genutzt werden, bieten sich für einen wunderschönen Ausflug an.

Sobald man Arcevia auf der Nordseite passiert hat, stößt man auf das erste Castello: Caudino, das im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Man parkt draußen und betritt Caudino durch das Stadttor aus dem 15. Jahrhundert. In Caudinooder Colgodino, wie es ursprünglich genannt wurdebefindet sich die Kirche Santo Stefano mit einem Fresko der Madonna di Loreto aus dem 16. Jahrhundert.

Caudino ist zwar nicht ständig bewohnt, aber die Ferienhäuser der Menschen aus Rom und Mailand sind gut gepflegt. Beim Rundgang durch die Gassen spürt man immer noch die mittelalterliche Atmosphäre und am Ende des Dorfes kann man die herrliche Aussicht genießen. Auf der Internetseite der Kommune von Arcevia sind Interviews mit einem ehemaligen Bewohner von Caudino, Virgilio Parroni, gespeichert. Er erzählt, wie er und viele andere aus der Gegend nach Belgien ausgewandert sind, um dort in den Minen zu arbeiten. Das muss in den 50er Jahren gewesen sein. Als er nach vielen Jahren nach Caudino zurückkam, war es völlig verlassen und viele Häuser heruntergekommen. Gott sei Dank sind viele inzwischen wieder restauriert worden.

Das zweite und etwas größere Castello, Nidastore, liegt im Norden und ist etwas mehr bewohnt. Es wurde bereits ein Jahrhundert früher, im 13. Jahrhundert, gegründet. Bis 1431 war es das Eigentum des Bischofs von Fossombrone. Dann organisierten die Bewohner einen Aufstand gegen den Grafen Ranieri, der sich als Adliger das Recht ausbedang, bei Hochzeiten im Volke die erste Nacht mit der Braut zu verbringen. Dieses Recht hieß Juris Primae Nocti, das Recht der ersten Nacht. Bei dem Aufstand wurde der grausame Graf getötet und das Dorf vereinnahmte den Besitz des Grafen. Später wurde es schließlich Teil der Rocca Contrada, dem späteren Arcevia.

Empfehlenswert ist die St. Sebastian Kirche im Ort mit einem Fresko aus dem 17. Jahrhundert. Leider ist sie meist geschlossen. Der Grund, warum viele Kirchen geschlossen sind, ist, das die kleinen Gemeinden kein Geld für eine Alarmanlage haben und deshalb nur öffnen können, wenn jemand da ist, der die Räumlichkeiten überwachen kann.

Der Name Nidastore kommt übrigens vom Begriff Nido degli Astori, das ist das Nest einer Falkenart, die man im Mittelalter häufig für die Jagd eingesetzt hat. So auch in Nidastore. Im Ort gibt es entsprechend ein Restaurant, die „Osteria Nido dellAstore heißt und leckere, traditionelle Küche anbietet. Mit Bloggerin Isabelle hat es schon probiert und war sehr angetan.

Fortsetzung folgt …