Ecco Le Marche

 

Jedes Jahr am Fest des Hl. Urban fällt ein Sonnenstrahl in die Kapelle von Sant’Urbano in Apiro so ein, dass er genau auf 2 markante kreisförmige Steine trifft: einer davon ist in der Mauer des Erdgeschosses und einer davon am Boden der Krypta. Diese Lichterscheinung kann man zweimal im Jahr bewundern, am 25.Mai, dem Tag des Heiligen Urban, und am 19. Juli.

 

Sant’Urbano ist aber auch an allen anderen Tagen einen Besuch wert, denn die Kirche der Abtei ist sehr alt und besticht durch sein eigenwilliges Äußeres und ein geradezu mystisch anmutendes Inneres. Elisa, die im Informationszentrum der Abtei arbeitet, gab uns eine exklusive Führung:

 

Beim Eintreten kommt man zunächst in eine großen offenen Raum, zu dem alle Gläubigen Zutritt hatten. Das Presbyterium, zu dem man einige Stufen hinaufsteigen muss, war dagegen nur für die Mönche reserviert. Über eine andere Treppe gelangt man nach unten in die Krypta und neben der Krypta befindet sich noch ein weiterer Raum, der noch gar nicht ganz restauriert war. Wahrscheinlich gehörte dieser zur ursprünglichen Kirche. Im Anbau der Kirche, der früher ein Stall war und heute als Informationszentrum benutzt wird, kann man darüber hinaus durch eine Öffnung in die Kirche hineinsehen: hier durften auch Ungetaufte der Messe beiwohnen, ohne die heiligen Räume der Kirche zu betreten.

Die Kirche im Inneren wirkt sehr groß und nüchtern, allerdings befinden sich an den Wänden interessante Fresken: Die Kreuzigungsszene stammt wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert und das Bild des Heiligen Urban aus dem 15.Jahrhundert. Viele Kapitelle zeigen unterschiedlichste Motive, unter ihnen auch gebräuchliche Symbole der Tempelritter. Im Inneren der Krypta befinden sich unzählige Säulen, von denen gesagt wird, sie würden Rückenschmerzen heilen, wenn man sich mit dem Rücken an sie stellt und mit den Armen nach hinten umfasst.

Die ursprünglich romanische Abtei wird erstmals im Jahr 1033 erwähnt, aber man vermutet, dass ihre Anfänge noch viel weiter zurückliegen. Ein Teil der Kirche brannte im 13. Jahrhundert nieder, wurde aber umgehend wieder aufgebaut. Mönche des Kamaldulenser-Ordens vom heiligen Romualdo lebten in der Abtei bis 1810, als das Gebäude unter französischer Herrschaft verkauft wurde und seitdem als Bauernhof benutzt wurde. 1978 erbte die Gemeinde von Apiro das Anwesen, um es 1992 zu restaurieren. Seitdem werden in der Abtei samstags wieder Messen gelesen. Man kann die Kirche auch für Hochzeiten nutzen, allerdings ist dies ausdrücklich nur den Einwohnern von Apiro gestattet. In den Nebengebäuden befindet sich ein Restaurant und dort, wo früher die Mönche geschlafen haben, gibt es einige Fremdenzimmer.

Der sehr innovative Unternehmer Loccioni, dessen Großeltern schon in der Gegend lebten und der in der Nachbarschaft aufgewachsen ist, investiert jetzt in ein ökologisches Großprojekt rund um die Abtei, um Beschäftigung für die Region, Natur und Spiritualität zu verbinden. Bei der alten Schule gegenüber der Abtei ließ er zum Beispiel ein Feld mit Sonnenkollektoren errichten.

Kreis, auf den das Licht trifft

 

Am 25. Mai ist es wieder soweit: Die Lichtstrahlen, die in die Kirche einfallen, treffen auf die beiden markanten Punkte in der Kirche. Zwischen 7:00 Uhr und 7:45 Uhr morgens kann man das Phänomen in der Abtei besichtigen und – wer will – nachher an der Messe teilnehmen. Mehr Informationen hier.

 

 

 

Darüberhinaus ist die Abtei jeden Tag geöffnet.

Wer sich die kostenfreie App IZItravel auf sein Smartphone oder Tablet lädt, findet dort unter „Apiro“ kostenlose Audio-Führungen, auch auf Deutsch, zu Sant’Urbano. Darunter auch eine kurze Erklärung des Lichtwunders.