Ecco Le Marche
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Gestern, am 13. März ist wieder der Radklassiker „Tirreno-Adriatico“ gestartet, ein 7-tägiges Radrennen, das an der tyrrhenischen Küste Italiens, also der Westküste, startet und nach 7 Tagen an der adriatischen Küste, also der Ostküste, endet. Dabei geht ein Teil des Rennens immer durch die Marken.

Dieses Jahr führen gleich mehrere Etappen durch die Marken: die 4. Etappe am 16. März geht unter anderem durch Acqualagna, Fossombrone, Pesaro, Cartoceto. Die 5. Etappe startet in Cartoceto und führt dann an der marchigianischen Adria entlang durch Marotta, Senigallia, Ancona, Loreto, Recanati. Die 6. Etappe am Montag, 18.März wird hier auch schon „Verdicchio Etappe“ genannt, weil sie durch die Hauptanbaugebiete des berühmten marchigianischen Verdicchio Weines geht. Unter anderem geht sie durch Matelica, San Severino Marche, Elcito, Cingoli, Apiro, Maiolati, Ostra, Morro d’Alba, Monte San Vito und endet in Jesi. Vor allem aber führt Sie fast an meiner Haustür in Cupramontana vorbei – und ich werde es mir nicht entgehen lassen, zuzusehen und die Rad-Helden anzufeuern. Hier könnt Ihr die genauen Etappen nachschauen.

 

Das Rennen gibt es seit 1966 und es gehört seit 2005 zur internationalen Radrennen-Serie „UCI World Tour“, die vom internationalen Radsportverband ausgerichtet wird. Seit Beginn gab es insgesamt leider nur einen deutschen Gewinner, nämlich Andreas Klöden, im Jahre 2007. Aber viele italienische Sieger, und speziell im Jahre 2009 mit Michele Scarponi einen marchigianischen Sieger.

 

 

Michele Scarponi, 1979 in Filottrano in den Marken geboren, war ein großer Hoffnungsträger im italienischen Radsport mit einigen beachtlichen internationalen Siegen. Allerdings wurde er 2007 im Rahmen des Dopingskandals um den spanischen Arzt Fuentes für 1,5 Jahre gesperrt. Zu der Zeit hatten Dopingskandale fast den professionellen Radsport kaputt gemacht, auch Jan Ullrich und Ivan Basso waren in ihn verstrickt. Aber Michele Scarponi hat sich danach wieder aufgerappelt und gezeigt, was wirklich in ihm steckt, in dem er 2009 den Sieg im Rennen Tirreno-Adriatico nach Hause trug und 2011 den Giro d’Italia gewann.

2017 wurde Michele Scarponi während einer Trainingsfahrt in seinem Heimatdorf Filottrano bei einem Verkehrsunfall mit einem Kleintransporter tödlich verletzt. Eine Tragödie für die Familie und für die ganzen Marken, die ihm in verschiedenen Orten Denkmäler errichtete. Eines steht im Bergort Castelletta, denn Scarponi sagte einmal, sein persönlicher „Cima Coppi“ wäre der Anstieg nach Castelletta. Mit „Cima Coppi“ wird sonst immer der jeweils höchste Berg im Giro d’Italia genannt, bennannt nach der Radlegende aus den 40er und 50er Jahren, Fausto Coppi.

Wenn Ihr also eine Etappe des Tirreno-Adriatico Rennens guckt, gedenkt Michele Scarponi, und nehmt in seinem Andenken Rücksicht auf Radfahrer im Straßenverkehr!